Kurzführer durch St. Michael Gochsheim

Johann Adam Schöner, Pastor zu Gochsheim 1762 - 1789, schreibt in seinem Gedicht
"Das schöne Gochsheim"

Ein Tempel ziert das Dorf, gerade in der Mitte.

Da opfert man dem Herrn Lob, Dank, Gebet und Bitte.

Da singt und höret man von Gottes großem Ruhm.

Da ehrt man ihn mit Lust in seinem Heiligtum.

Mit diesem kleinen Kirchenführer möchten wir ihnen ein paar Einblicke in und über unsere schlichte aber wunderschöne Kirche St. Michael geben. 

Langhaus 600X400p
Langhaus

1873 erbaut. Innenausstattung von 1968. Man legte großen Wert auf farbliche Abstimmung aller Teile. Besucher und Orgelempore 1968/1971 auf eine Etage reduziert. Deckenbemalung wohl dem Wappen der Henneberger im Chorraum angepasst. Rundfenster im Westgiebel 1968 und 2004 restauriert, zeigt das himmlische Jerusalem nach Offbg. 21, 10 - 22

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Turm

1511 geweiht, 37m hoch, mit Sakristei, Glockenstube, Uhr, barocker Helmhaube, Laterne, Wetterhahn und Außenaufgang zur Orgelempore

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Altar

Tischaltar von 1968 aus grünem Serpentin. beidseituig zu verwenden. 

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Altarkreuz

Altarkreuz von 1968 aus Holz, weiß und mit Blattgold belegt. Siegeskreuz ohne Jesus. Wirkt leicht und Kostbar. Durchsichtig gestalltet: Durch das Kreuz hindurch zur Erlösung.

Taufstein neu
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1967, gemauert mit grüner Serpentinplatte und goldener Pyrramiede als Abdeckung

Christus-Figur
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1983 aus Holz gefertigt von den Holzbildhauern Ulsamer in Schweinfurt. Die Farben der Siegesfahne entsprechen denen des leeren Altarkreuzes: Jesus siegt über den Tod.

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Chorraum

1511 geweiht, Netzrippengewölbe mit Wappenschilde, florale Originalbemalung, Fenster mit Originalgewände und -Maßwerk, bunte Engelsfenster 1992 - 1994 neu gestaltet

1968 Holz, blau,rot , weiß bemahlt, mit Blattgold belegt, steht auf vier festen Pfosten: Gottes Wort ausgedrückt in den vier Evangelien ist treu und wahr, ist Liebe und Freude, ist etwas Kostbares, steht fest gegründet. Schalldeckel Inschrift: Denn ihr seid es nicht, die da reden, sondern eures Vaters Geist ist es, der durch euch redet.
Math. 10,20

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Kanzel
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Lesepult

Achteckige Steineinfassung, war von 1589 - 1872 Kanzel der alten Kirche. Dann bis 1983 Kanzel in der Aussegnungshalle im alten Friedhof, seit 1983 hier. Die fünf Felder zeigen den Apostel Andreas, Maria, Christus, Evangelist Johannes, Petrus

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Orgel

1966 - 1971 von der Orgelbaufirma Hoffmann in Ostheim v.d. Rhön gebaut und 1997 von der Firma Jann aus Laberweinting/Regensburg umfassend renoviert.

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Taufstein alt

Von 1545 - 1872, danach Blumenschale im Garten des Erthal Schlösschens. Nach Renovierung seit 1986 hier wieder Taufstein. Ist nach altkirchlicher Zahlensymbolik aufgebaut: Der Mensch (viereckige Sockelplatte) kommt durch die Taufe Jesu (achteckiger Schaft und Deckel) zu Gott (Kreisrundes Taufbecken). Auf dem Schaft ist die Zahl 1545 (da lebte Martin Luther noch!)

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Andachts-Kreuz

Seit 2003 für Andachten verwendet. Dabei steckt jeder Besucher zu Beginn der Andacht eine brennende Kerze in den Sand. Nach der Andacht lässt er die Kerze mit seinen Gebeten und Gedanken hier zurück, und bringt sie somit vor Gott.

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Kruzifix aus Holz

Von 1872. Altarkreuz der neugotischen Kirche mit den vier Evangelisten: Matthäus, Markus, Lukas, Johannes, die damals die vier Seitentafeln der Kanzel schmückten. Seit 1983 hier.

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Luther Bild

1883 zum 400. Geburtstag Luthers angeschafft. Seitdem mit kurzer Unterbrechung hier. Darstellung mit der Bibel in der Hand (solar scriptum) 

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Chorfenster

Gewände und Maßwerk 1511, die Glasbilder von 1992 - 1994 zeigen sechs Engelsszenen. Von links oben nach rechts unten: Verkündigung an Maria, Verkündigung an die Hirten, ein Engel stärkt Jesus im Garten Gethsemane, Ostermorgen, Erzengel Michael kämpft gegen den Drachen, Erzengel Uriel weckt die Toten am Jüngsten Tag.

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Rundfenster

Im Westgiebel ( ist vom Chorraum aus am besten zu sehen), zeigt das himmlische Jerusalem nach
Offb. 21,9-23 ".....Die Stadt hat 12 Tore,.....ist viereckig und ebenso lang wie breit,.....aus lauterem Gold,.....sie hat keinen Tempel, denn der Herr, der allmächtige Gott ist ihr Tempel und das Lamm"

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Epitaph

1966 für Maria von Erthal mit Ehewappen. Sie stiftete "vor ihrem Ende 12 Reichsthaler in unsere Kirche". (Hein, "Johannes Ludwig" S.30)

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Ikonenkreuz aus Taize´

1994, geht auf den hl. Franziskus zurück. Das Sterben Jesu am Kreuz wird durch einen darüber schwebenden Engel als himmlisches Geschehen bezeugt. Maria und Johannes links und rechts vom Kreuz versuchen Jesus nahe zu kommen; Maria durch körperliche Berührung, Johannes durch die Schrift (Buch das er in der Hand hält) Wir haben Teil an Jesu Tod durch Dakrament und Wort.

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Steinerne Bautafel

1583, seit 1968 hier an diesem Platz, erinnert an die Renovierung von 1583. Diese Tafel führt die Namen derer auf, die damals Verantwortung für Gemeinde und Kirche trugen.

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Epitaph

1726 für Karl Friedrich von Erthal mit Ahnenwappen. Die katholische Familie von Erthal hatte hier in der Kirche ein Erbbegräbnis. Bei einer Beisetzung am 16.4.1592 gab es deshalb einen Streit, der sich sehr lange hinzog. Die Mehrzahl der Epitaphien wurde später von der Familie nach Leuzendorf überführt.

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Osterkreuz

2010, die Idee entstand während einer Kindergottesdienstreihe zum Thema Ostern. Die vier Symbole: Brot und Wein (das letzte Abendmahl); Die Karaffe (Jesu Salbung); Die Dornenkrone (Wurde Jesus während der Folterung aufs Haupt gedrückt als ein Spottzeichen: Der gekrönte König; Die Füße: Als Zeichen des Aufbruchs nach Jesu Auferstehung. Handwerkliche Arbeit: Ernst Bartels; Künstlerische Gestalltung: Martina Bartels. Das Material wurde aus dem Erlös der Kirchenkaffeekasse gespendet.

Teile der früheren Glasfenster im Chorraum
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Die Fenster wurden bei der Erneuerung der Kirche 1872 eingebaut. Ende des 2. Weltkrieges wurden sie bei einem Bombenangriff zerstört. 1966 bei der letzten großen Renovierung wurden die Reste endgültig entfernt und auf dem Dachboden der Kirche eingelagert.

Konfirmanden des Jahrgangs 2010 / 2011 ( M. Bartsch, L. Deppert, L. Häner, T.Jäger, J.Krause, A.Melnik und A.Peter ) haben die Reste unter der Anleitung von Günther Karl gesichtet und aufbereitet. Den Glasträger stellte Günther Hack zur Verfügung, den Einbau leistete Herbert Eichelmann (Werneck).